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CSI: Nudelgang

Ein dumpfer Knall, ein rotes Spritzen – Sekunden später liegt das Opfer am Boden: Ein Glas fertige Tomatensauce, kaltblütig zerschellt. Spurensicherung? Überflüssig, die Beweise liegen überall verteilt. Spritzer bis in die dritte Fliesenreihe im Chipsgang, die Glasscherben liegen wie Tatwerkzeuge vor dem Regal verstreut.

Zeugen, die anonym bleiben möchten, berichten von einem kurzen Rutschen, dann Stille – bis auf das leise Ploppen der letzten Blasen im Saucensee. Das Motiv? Hinterhältige Schwerkraft. Der Täter? Unbekannt.

Der Tatort wird wird weiträumig abgesperrt, die Kundschaft gafft neugierig aus einiger Entfernung, und der wildgewordene Mopp rollt samt Wischeimer an. Fall abgeschlossen – bis zum nächsten Drama im Alkoholgang. Dann heißt es CSI: Schnaps!


Der Wodka-Umfüller

Wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, kommt irgendjemand, der dir wieder neue Perspektiven aufs Leben aufzeigt. Zum Beispiel dieser feine Herr, der zur Umgehung der Warensicherungsanlage den Wodka aus der Flasche direkt in eine in einem Turnbeutel mitgebrachte Trinkflasche umgefüllt hat.

Das hatte er im Laufe des Vormittags sogar zweimal gemacht. Ein Kollege hatten beim Packen der Spirituosen die beiden noch gesicherten, aber aber geleerten Flaschen entdeckt, den Rest offenbarte der Blick in die Videoaufzeichnung.




Künstliche Butter

Im Gespräch mit einem Kollegen wollte ein Kunde wissen, warum eine bestimmte Butter so "unanständig teuer" (knapp 4 Euro pro Packung) sei, verglichen mit unserer einfachen Eigenmarken-Butter zum Discountpreis.

Da ich selber auch gerade Butter zur privaten Verwendung brauchte, kam ich im richtigen Moment zu den beiden hinzu und hatte die Frage des Mannes daher gerade noch mitbekommen. Ungefragt mischte ich mich ein und antwortete: "Das ist eine gute Bio-Butter."

Reaktion des Kunden mit spöttischem Tonfall, der damit mutwillig Bioprodukte direkt ins Lächerliche zog: "Die andere ist auch Bio. Oder wird die künstlich hergestellt?"

Da ich absolut sicher bin, dass der Mann das ernst meinte, ersparte ich mir jeglichen Kommentar und ließ die beiden stehen. Da hätten auch keine Erklärungen hinsichtlich der Vorteile eines Bio-Produkts von einem kleineren Hersteller gefruchtet …

Andere Länder, andere Läden – 005

Schöne Idee in einem Asia-Shop in Rotterdam: Auf den Regaletiketten ist nicht nur zu lesen, um welches Produkt es sich handelt, sondern das Produkt ist auf dem Etikett auch abgebildet. Die abgebildeten Etiketten hier auf dem Foto waren nicht die seltene Ausnahme, sondern das mit den Bildern war Standard in dem Laden. Finde ich gut, da kommt dann sogar die unerfahrenste Aushilfskraft mit klar.

… und dann hat man im Regal plötzlich 40 Etiketten mit "Maggi Fix" auf einem Haufen, die auf dem kleinen Bild alle absolut gleich aussehen, höhöhö. :-P


Die gereinigten Leuchtbuchstaben über der Tür

Vor elf Tagen war mir aufgefallen, dass die ehemals leuchtend weißen Buchstaben meines beleuchteten Namenszuges über der Tür viele dunkle Flecken hatten, die sogar bei ausgeschalteter Beleuchtung durch den Kunststoff hindurchschimmerten.

Hier beim "t" und beim "s" gut zu erkennen:



Die wichtigste Frage für uns war, ob wir die Anlage selber öffnen und reinigen können oder ob wir dafür den Fachbetrieb beauftragen müssen, der die Werbeanlage einst installiert hat. Diese weltbewegende Frage war nach wenigen Sekunden auf der Leiter bereits beantwortet: Die weißen Deckel sind mit kleinen Kreuzschrauben an den Unterteilen fixiert. Tatsächlich ließen sich sich absolut problemlos demontieren.

Innen offenbarte sich das, was ich schon beim Anblick von außen geahnt hatte: Algenbewuchs, der vor allem in den unteren Bereichen der Leuchtbuchstaben teilweise sehr stark war:





Blick auf die gänzlich freigelegte Technik. Die LED-Module sind augenscheinlich sehr wasserfest und sind auch vernünftig verbaut worden. Da wird es, außer die Elektronik fällt aus, in absehbarer Zukunft keinen Kummer geben.



Während eine Kollegin die Deckel im Akkord mit Bürste und Spülmittel schrubbte und trocknete, reinigten Ines und ich auch die Innenseiten der Unterteile, in denen die Algen sich teilweise zu dicken, glibberigen Lebensformen angereichert hatten:



Man sieht den Kunststoffteilen schon an, dass sie nun seit über sieben Jahren ununterbrochen Wind und Wetter ausgesetzt sind, aber so schön gereinigt sahen sie doch fast wieder wie neu aus, sogar aus der Nähe betrachtet:;



Voila. So sieht es wieder hübsch aus. Anderthalb Stunden Arbeit, die sich gelohnt haben: :-)


Lustige Strichcodes – 794

Diesen Strichcode mit zwei Kühen und zwei Milchkannen hat Honza auf einem Joghurt (Bakoma "7 Zboz") aus Polen entdeckt. Vielen Dank auch für diese Zusendung. :-)


Lagerplatz für die Nachbarn

Ein Nachbarhaus wird mit Wärmepumpe ausgestattet. Aus technischen Gründen verzögert sich der Einbau nun jedoch, nachdem die Komponenten angeliefert wurden. Die Frage des Nachbarn, ob sie das wertvolle Material hier für ein paar Tage auf dem abgeschlossenen Hof zwischenlagern und für die Installation auch einen kleinen Kran hier aufstellen dürfen, bejahte ich. Wir sind schließlich seit nun fast 26 Jahren schon "ihr guter Nachbar in der Bremer Neustadt".

Ehrlich, das tut doch nicht weh und ein Stammkunde freut sich. Also. :-)


0,06 €

Die BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik) hat aus welchen Gründen auch immer den Beitrag von 2024 neu berechnet und mir einen berichtigten Beitragsbescheid für das Jahr zukommen lassen. Es hat sich ein Differenzbetrag in Höhe von sage und schreibe sechs Cent zu meinen Lasten ergeben.

Immerhin muss ich die unerwartet entstandenen Schulden nicht unverzüglich begleichen. "Diesen Betrag bitten wir zusammen mit dem nächsten Beitrag zu überweisen", heißt es in dem Schreiben.

Das ist eine schöne Lösung, finde ich. Buchhalterisch absolut korrekt, aber bürokratisch durchaus pragmatisch gelöst. Jetzt muss ich nur irgendwie daran denken, beim nächsten Beitragsbescheid die sechs Cent mit draufzuschlagen. Aber vielleicht weist die BGHW das auch von alleine mit aus, wäre praktisch. Ansonsten kommt dann irgendwann vermutlich eine ganz wenig pragmatische und absolut bürokratische erste Mahnung.

Neu im Sortiment: Gutfried Junior Lieblings-Snack-Box

In Amerika ist das Produkt noch zu bekommen, hier in Deutschland sind die "Lunchables" von Kraft vor so vielen Jahren schon wieder verschwunden, dass sich kaum noch einer daran erinnern wird. Ich weiß nur noch, dass wir sie in den ersten Jahren hier mit der Firma auch im Sortiment hatten.

Nun ist Gutfried seit einer Weile mit der "Snack-Box" am Start, der Inhalt ist etwa genau wie beiden Lunchables: Acht Cracker und jeweils vier Scheiben Fleischwurst und Käse. Alles zusammen für 2,49 € – aber nachdem immer wieder Kunden danach gefragt hatten, haben wir sie nun auch endlich im Sortiment. Das Risiko ist überschaubar, in einem Karton sind nur fünf Packungen drin.

Werden sie laufen? Werden wir sehen …


Das Blättchen-Pärchen

Während meine Mitarbeiterin an der Kasse mit einer anderen Tätigkeit abgelenkt war, trat ein relativ runtergerocktes Pärchen an das Regal mit den Zigarettenpapieren und packte sich in kürzester Zeit gleich vier Kartons davon ein. Am Anfang des Videos lässt er einen Karton mit den langen OCB-Blättchen unter seiner Jacke verschwinden, während sie, was man maximal nur erahnen kann, einen weiteren Karton in ihre Handtasche gleiten lässt.

Dann verschwindet der Mann kurz aus dem Bild, die Frau nimmt weitere zwei Kartons aus dem Regal und überreicht sie ihrem Begleiter, der auch diese in seiner Jacke verschwinden ließ. Der Vorgang blieb leider unbemerkt und die Frau bezahlte ihre beiden Brötchen und beide Täter verschwanden mitsamt ihrer Beute im kleinen dreistelligen (!) Wert.

Seit diesem Vorfall stehen die Blättchen bei uns konsequent unter Verschluss / im Kassentisch und sind nicht mehr für Kunden frei zugänglich.



Ja, es waren vier noch fast volle Kartons:


Links 799

13. März: Nationaler Elefantentag in Thailand

Klaus Programmieren: Deutschlands KI-Coding-Tool braucht 7 Schritte und ein Fax

TKKG, Drei Fragezeichen & Co.: Warum manche mit Hörspielen besser einschlafen

Videoüberwachung soll Pflicht in großen Schlachthöfen werden

Ihre Rechte im Supermarkt: Unterfüllt: So viel weniger darf in der Packung sein

Stiftung Warentest entdeckt zufällig Betrugsmasche auf Handys

Name "Veggie-Hühnchen" tabu: "Veggie-Burger"-Verbot in der EU vom Tisch

So geht Marketing für sehr renitente Zielgruppenmitglieder

Warum ich lange keinen so großen Spaß mehr im Kino wie bei „Der Astronaut“ hatte

Linux soll Ausweise prüfen: Wie die Community sich dagegen wehrt

Lustige Strichcodes – 793

Der Strichcode auf den "Major Grain"-Getreideriegeln (mit Fruchtfüllung) ist passend zur Hauptzutat der Produkte mit einer Getreideähre dekoriert.
Dank an Honza für die Zusendung. :-)


Unoriginelle Spammer

Neuerdings schaffen es immer wieder E-Mails durch den Google-Spamfilter. Allen ist gemein, dass sie einen sehr "technischen" Eindruck machen und davor warnen, dass der Speicherstand kritisch ist und Datenverluste drohen. Klickt man auf einen der Buttons, bieten sich einem mannigfaltige Möglichkeiten von Preisgabe irgendwelcher Zugangsdaten (z. B. Facebook) bis hin zu Schadsoftware.

Alle diese Spam-Mails haben ebenfalls die erstaunliche Gemeinsamkeit, dass sie erst einmal überhaupt nicht so tun, als würden sie von einem bestimmten Absender wie Cloud-Diensten oder Social-Media-Plattformen stammen. Sie sind ganz allgemein gehalten und warnen vor einem möglichen Datenverlust. Wo und warum, steht da nicht. "Sie werden Ihre Daten verlieren!" - "Warum?" – "Sagen wir nicht." – "Aber bei welchem Anbieter denn?" – "Das müssen Sie selber herausfinden." – "Und was geschieht dann?" – "Schon bald werden Sie es erfahren, geben Sie nur ihre Zugangsdaten ein."

Man kommt sich vor wie Josef K., der in Franz Kafkas Roman überhaupt keine Ahnung hat, warum ihm der Prozess gemacht wird. Ein schräges Buch. :-)