Skip to content

Die am liebsten Null Sterne Rezension

Diese Rezension tauchte vor ein paar Tagen bei Google auf:

Dieser Edeka ist klein. Die Gänge eng & die Waren auf eine merkwürdige Art aufgeteilt.
Ok , bis hier hin noch alles ganz in Ordnung.
Doch mein Erlebnis an der Kasse, werde ich definitiv an die Edeka Zentrale weitergeben und denke gegebenenfalls auch über eine Anzeige Ihres Mitarbeiter/ inn nach .

Ich ging normal zur Kasse.
Packte meine Sachen auf das Band & legte eine Tüte zum transportieren dazu .

An der Kasse saß ein Mann ( schulterlange schwarz-graue Haare, kurzer Bart oder Flaum und lackierte Fingernägel ) , er kassierte zuerst das Red Bull, ich bat ihm mir die Tüte zu geben, worauf er mir sagte das die Tüte nicht piept doch die Sicherung des Red Bull's schon . Das alleine war schon frech , aber ok denke ich mir, der hat es vielleicht gerade schwer im Leben.
Als ich dann alles in die Tüte geträumt hatte , musste ich selber nach dem Kassenbon fragen , da er schon den nächsten Kunden bedienen wollte.
Und dann sagte er etwas das mir den Kragen Platten ließ. Er Du'zt mich ( seine Aussage war im Norddeutschland wird jeder gedu'zt ) und meinte ich könnte meinen Kassenbon heute , morgen und das ganze Jahr abholen .

Was für eine verkorkste Edeka Filiale & was für inkompetente Mitarbeiter und Leitung ich hier erleben musste , hab ich in ganz Deutschland noch nie in einem Edeka erlebt .

Der ''Laden'' verdient 0 STERNE & ist absolut nicht empfehlenswert.
Hier wird der Kunde wie Müll behandelt !

P.s. : Herr Björn Harste bei Ihnen im Geschäft scheint dies öfter oder sogar die Regel zu sein ? !
Kunden-Rezession sind sich sehr ähnlich was dies betrifft.

NICHT EMPFEHLENSWERT .
Ich musste eine Weile darüber brüten und schwankte, ob ich überhaupt eine Antwort darauf formuliere oder ob ich diesen Text einfach so unkommentiert stehen lassen. In einem ersten Anflug habe ich diesen Text formuliert, der dann mit rund 3000 Zeichen jedoch für eine Antwort viel zu lang war:

Ich habe nun eine Weile überlegt, ob ich zu dieser sehr emotional formulierten Mail, die offensichtlich eher nach "Dampf ablassen" klingt, überhaupt antworte. Aber ja, das möchte ich an dieser Stelle tun:

· Dass wir klein sind und enge Gänge haben, ist unseren vier Wänden geschuldet, die wir aus baulichen Gründen auch leider nicht verrücken können. Um ein akzeptables Sortiment auf der für Edeka-Verhältnisse recht kleinen Fläche darstellen zu können, muss man manchmal leider Kompromisse eingehen. Aber (siehe andere Rezensionen) viele Kunden loben uns für das große Sortiment, der Weg dürfte pauschal also nicht so verkehrt sein.

· Tüte und Red Bull: Wir haben bei uns zur Verhinderung von Diebstählen eine Warensicherungsanlage installiert, u.a. sichern wir sämtliche Sorten Red Bull. Wird die Sicherung nicht entfernt, gibt es Alarm, liegt die gesicherte Ware noch auf dem Förderband der Kasse, gibt es ebenfalls einen Signalton. Das war der Grund, weshalb der Kollege vermutlich die Getränkedosen zuerst erledigen wollte.

· Die Frage nach dem Bon soll aktiv von unseren Mitarbeitern ausgehen, und wird (normalerweise) auch gemacht, da wir den Bondruck explizit an der Kasse ablehnen müssen und es daher kein Mehraufwand ist, kurz zu fragen. Dafür kann ich nur um Entschuldigung bitten, das ist nicht die Regel.

· Wir können Bons tatsächlich nach einer beliebig langen Zeit noch ausdrucken, daher tatsächlich auch nach einem Jahr noch, falls jemand den Beleg nach der Zeit noch dringend benötigt. Das war als reine Information gedacht, um auf diese Möglichkeit hinzuweisen und daher erschließt sich bei uns allen nicht, warum das ein Punkt sein soll, der uns in irgendeiner Weise abwertet. · Zum Duzen: Wenn es einem nicht passt, kann man sagen, dass man gerne gesiezt werden möchte und das Thema ist dann erledigt. Aber wir sind hier in Norddeutschland, hier wird unbestreitbar mehr geduzt als woanders, es ist normaler Umgangston bei uns.

· Daraus zu extrapolieren, dass Kunden "wie Müll" behandelt werden, disqualifiziert die Rezension eigentlich schon als einen substanzlosen, emotionalen Erguss, der keine Reaktion verdient. Da sie aber nun hier öffentlich steht, ist eine Antwort wohl berechtigt. Kunden werden bei uns ganz sicher nicht "wie Müll" behandelt, sondern vermutlich zuvorkommender als in anderen Geschäften, was damit anfängt, dass wir Kunden grundsätzlich zur Ware begleiten und nicht mit "dritter Gang links" oder ähnlich nutzlosen Informationen antworten – um nur ein Bespiel zu nennen.
Vor dem Absenden habe ich den Text dann aber doch noch gekürzt, es sind nun deutlich weniger Zeichen. Außerdem habe ich noch einige Formulierungen entfernt, die eher nach Streitlust als nach Deeskalation klingen. Tut mir Leid, ich bin auch nur ein Mensch und möchte mich verteidigen, wenn ich angegriffen werde – und ja, die Rezension ging auch gegen mich persönlich.

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich auf diese Rezension überhaupt antworte – möchte das aber gern tun.

Unser Markt ist tatsächlich vergleichsweise klein und die Gänge sind teilweise eng. Das liegt schlicht an den baulichen Gegebenheiten unseres Gebäudes. Um dennoch ein möglichst großes Sortiment anbieten zu können, müssen wir hier gelegentlich Kompromisse eingehen. Viele unserer Kunden schätzen genau dieses breite Sortiment auf kleiner Fläche.

Zum angesprochenen Vorfall an der Kasse: Einige Produkte, darunter auch Red Bull, sind bei uns mit Warensicherungen versehen. Wenn diese nicht entfernt werden oder sich noch auf dem Band befinden, kann die Anlage ein Signal geben. Deshalb wollte der Kollege wie üblich zunächst diese Artikel erledigen.

Dass Sie aktiv nach dem Kassenbon fragen mussten, tut mir leid. Normalerweise wird diese Frage von unseren Mitarbeitern gestellt. Tatsächlich können wir Kassenbons auch nach längerer Zeit noch einmal ausdrucken. Der Hinweis unseres Mitarbeiters war schlicht als Information gedacht.

Zum Thema Duzen: In Norddeutschland ist ein lockerer Umgangston nicht unüblich. Wenn jemand lieber gesiezt werden möchte, ist das selbstverständlich kein Problem. Da hätte eine kurze Info an unseren Kollegen geholfen.

Die Aussage, Kunden würden bei uns „wie Müll“ behandelt, kann ich jedoch klar zurückweisen. Freundlicher und hilfsbereiter Umgang gehört für uns selbstverständlich zum Alltag – dazu zählt auch, dass wir Kunden im Zweifel persönlich zur gesuchten Ware begleiten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Trotzdem danke für das Feedback.
Eigentlich pelle ich mir auf die Rezensionen das sprichwörtliche Ei, aber so ein Text geht nicht ganz emotionslos an einem Vorbei und vor allem diese vielen emotional-substanzlosen Formulierungen treffen einen erstaunlicherweise irgendwie schon. Die beiden Androhungen von einer Anzeige und der Meldung an die Zentrale hinterlassen eine seltsame Mischung aus Kopfschütteln und einer Vorahnung, basierend auf der Erfahrung, dass viele Menschen mit aller Kraft und allen Mitteln aus Mücken Elefanten machen wollen.

Was mich an solchen Texten immer wieder fasziniert, ist die völlige Verschiebung der Maßstäbe. Aus einem möglicherweise etwas flapsigen Satz mit missverstandenem Inhalt oder Kontext wird ein Angriff auf die Würde des Kunden. Aus einem normalen Hinweis zur Warensicherung wird verachtenswerte Unhöflichkeit. Und aus einem lockeren "Du" plötzlich ein kulturelles Problem von nationaler Tragweite.

Vielleicht ist das auch einfach der Preis, den man zahlt, wenn man ein Geschäft betreibt, in dem täglich rund eintausend Menschen einkaufen. Da sind unzählige freundliche Begegnungen dabei, viele nette Gespräche – und gelegentlich eben auch jemand, der seinen Ärger nicht an der Situation selbst, sondern anschließend im Internet abreagiert. Dem muss man sich wohl einfach stellen, was ich hier mit dem Blog ja ohnehin schon seit über zwei Jahrzehnten mache. Ich musste mich sehr beherrschen, den Hinweis auf das Duzen nicht mit dem Satz "Kannst du mir glauben" abzuschließen. Aber das wäre wohl alles andere als deeskalierend gewesen. ;-)

Und noch einmal: Ernsthaft? Dafür gleich Anzeige und Meldung an die Edeka?

Jungejungejunge …

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

SPages am :

Ach solche Menschen gibt es immer wieder welche eher pessimistisch sind. Ich denke deine Antwort hilft das ganze einzuordnen für Leser der Bewertung.

Ich werde auch weiterhin wenn ich mal in die Bremer Ecke komme bei dir vorbeischauen ;-)

Mitleser am :

Anzeige, ja nee ist klar, als hätte die Staatsanwaltschaft nichts besseres zu tun als zu so einem Pipifax zu ermitteln.

Ich schon wieder am :

Ganz ehrlich?
Deine Ausführungen sind viel zu lang. Ich habe nicht alles gelesen. Wenn du eine Rezension auch nach dem ersten Ärger noch für einen trolligen Rant hältst - was es wohl auch war: lass sie einfach löschen. Das geht doch bei Google, oder nicht?

Nobody am :

Löschen lassen halte ich auch für die falsche Reaktion, geht mir zu sehr ins zensieren, Lob wird gerne genommen, Kritik oder Tadel wird gelöscht.

Aber ich find das geschwurbel geht auch zu sehr in die rechtfertigungshaltung… versteh es doch einfach mal als Kritik, und Kritik sollte man hinnehmen und an ihr wachsen, ohne sich gleich für alles mögliche zu rechtfertigen.

Einfach mit dem Mitarbeiter sprechen und für sich selbst zur Kenntnis nehmenndas nicht jedes Verhalten, jeder Spruch und jede Sondermeldung bei jedem gut ankommt. Mehr ist es nicht…

eigentlichegal am :

Mit einem kurzen "Ich hab mich wirklich über diese Bewertung geärgert" hättest du die gleiche Message gesendet aber wenigstens noch Zeit gespart.
Der Troll (Ich hätte ja schon bei " lackierte Fingernägel" entweder aufgehört weiterzulesen oder zumindest in den Scheißegal-Modus umgeschaltet) wird sich jedenfalls denken "Treffer, versenkt"

Cliff am :

Björn: Dass diese dämliche "Rezension" bei dir eine Reaktion auslösen würde, war klar, aber deine Antwort erscheint mir emotionsgeladen und nur bemüht sachlich. Sorry, das wäre kürzer auch gegangen, etwa: "Wir sind ein kleiner Laden. Sorry, wenn du Überbreite hast und dir die Gänge zu schmal sind, dann geh woanders hin. Waren mit Sicherungsetikett wie Red Bull scannen wir immer zuerst, damit das Ding entschärft wird und es bei dir nicht piept. Die Tüte hättest du auf jeden Fall bekommen. Und jemanden mit Sie anzureden gilt in Bremen und auch anderswo als Beleidigung. Wenn du dich aber gerne beleidigen lassen möchtest, brauchst du es nur zu sagen: Wir erfüllen nach Möglichkeit jeden Kundenwunsch."

Anonym am :

Einfach mal professionelle Kommunikation fahren: sich entschuldigen für die unschöne Situation, Besserung geloben und sich für das Feedback bedanken. Höchstens noch einen Kontaktweg anbieten, auf dem die Sache erneut aufgerollt werden könne (kundenservice@irgendwas.com oder Website). Ende.

Schaut man sich mal die Antworten bei Rezensionen von Konzernen bzw. deren Filialen an, kommen immer wieder solche Textbausteine, manchmal auch mit einer kleinen persönlichen Note.
Die allerwenigsten Antworten von Kleinunternehmern sind bei kritischen Rezensionen wirklich gut bzw. hilfreich. Und als potentieller Kunde liest man sich auch mal die negativen Bewertungen inklusive Antworten durch. Da habt Ihr natürlich den Vorteil, dass ein Supermarkt meist nicht vorab recherchiert wird und sich kaum jemand für die Bewertungen interessiert. Am Ende habt Ihr wahrscheinlich eh hauptsächlich zufriedene Kunden und einer von 5000 dreht halt am Rad und muss sich im Internet aufspielen.

Anonym am :

Beispiel Rossmann bei einer allgemeinen 1-Sterne-Bewertung:

„Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Feedback genommen haben.
Wir bedauern sehr, dass Sie mit uns nicht zufrieden waren.

Um Ihren Fall Klären zu können, melden Sie sich gern telefonisch unter 0800 76776266 oder schreiben uns eine E-Mail an kundenservice@rossmann.de.

Wir sind für Sie da. Ihr ROSSMANN Kundenservice“


Was ich schlimm finde, ist das Vorgehen gegen jegliche negativen Bewertungen. Die werden dann als Verleumdung/Diffamierung/falsche Tatsachen bei Google moniert und automatisch ausgeblendet. Wenn der Rezensent sich die Mühe macht und entweder Begründungen schreibt oder den Text ändert, entscheidet eine KI über den Fall. Das ist ein richtiges Geschäftsmodell geworden und greift ja auch wunderbar, wenn die Rezensenten sich nicht darum kümmern. Viele sind auch davon eingeschüchtert oder haben keine Zeit dafür.

Mir ist das schon mehrfach passiert, wenn es um Gastronomie ging, die wirklich mies war (schlechter Service, Essen etc.) - und dort sage ich immer vor Ort meine Meinung. Wenn man mich ignoriert oder es besser zu wissen glaubt, schreibe ich auch mal eine kritische Rezension, um andere zu warnen.

Nur registrierte Benutzer dürfen Einträge kommentieren. Erstellen Sie sich einen eigenen Account hier und loggen Sie sich danach ein. Ihr Browser muss Cookies unterstützen.

Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert.

Kommentar schreiben

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
BBCode-Formatierung erlaubt
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Formular-Optionen