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Von Kunde zu Kunde

Ein regelmäßiger Stammkunde bezahlte seinen Einkauf und hatte dabei sein kleines, schwarzes Portemonnaie auf den Rand unseres Kassentisches gelegt. Weil man sich kennt, schnackte er auch mit meiner Mitarbeiterin, war dann kurz abgelenkt und hat die Geldbörse dort vergessen, wo er sie abgelegt hatte.

Der Kunde unmittelbar hinter ihm, den wir maximal als Gelegenheitskunden kennen, erkannte und nutzte seine Chance, sich das schwarze Etui anzueignen. Er hätte natürlich dem anderen Kunden, der ja noch da war und am Packtisch seinen Einkauf verstaute, Bescheid sagen können. Oder zumindest der Kassiererin – aber, nein, er beschloss, das Portemonnaie heimlich an sich zu nehmen und es schließlich in seiner linken Jackentasche verschwinden zu lassen. Ist rechtlich wohl kein Diebstahl aber mindestens eine Unterschlagung und rein menschlich betrachtet so oder so nicht nett.

Jegliche Ausreden, dass er die Geldbörse unbeabsichtigt und aus Versehen eingesteckt hat, würde ich übrigens nicht durchgehen lassen. Falls das von euch jemand anders sieht, dürft ihr das gerne in den Kommentaren begründen …


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Kommentare

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Crazy_Borg am :

Ah Schade, hat natürlich nicht mit EC Karte bezahlt, der zweite Herr.
Aber den Einkauf mit 'nem Hunderter bezahlen.
Nötig hatte er es wohl nicht.

Jemand am :

Hat er nicht eine Kundenkarte gescannt?

Ulf am :

Da wurde eine Paybackkarte gescannt.

Kassenbon ausdrucken und der Polizei mit entsprechendem Hinweis übergeben, falls nicht schon geschehen.

Die Polizei fragt dann bei Payback die Kundendaten an. Kann Erfolg bringen, sofern es nicht eine unregistrierte Karte ist (Punkte sammeln geht auch ohne Registrierung, erst für die Einlösung muss die Karte registriert sein).

Shoppingqueen24 am :

Eigenkapitalübertragung in Bremen, eigentlich keine Meldung wert. /s

Micha am :

www .shopblogger.de/blog/archives/29487-Zigarettenschachtel-voller-Geld.html

Wer im Gladhaus sitzt und so

bli am :

Du meinst, der Kunde mit den klebrigen Fingern hat den Inhalt des Portemonnaies für einen guten Zweck gespendet? Ich habe Zweifel ...

Micha am :

Aja. Stimmt, Gott sei Dank ist Eigentumsübergang für *gute* Zwecke total legal und moralisch nicht verwerflich.
Dass ich daran nicht selbst gedacht habe.

eigentlichegal am :

Was für das Geld ein "guter Zweck" wäre sollte eigentlich nur der Eigentümer selber bestimmen, nicht der Finder nach eigenem Gutdünken.
Der eine spendet für Elefanten, der andere für die Hilfsorganisation "Bier für eigentlichegal"
Letztendlich hat in beiden Fällen der Eigentümer sein Geld nicht mehr und ärgert sich. Und in beiden Fällen dürfte es Unterschlagung sein.

Micha am :

Korrekt.

Kleines Gedankenexperiment:
Ich gehe zu Björn, und klaue den Rucksack voll, mit dem Ziel, das an die Tafel zu spenden. Sollte ich erwischt werden, bezahle ich natürlich alles.

nicht der andere am :

Wieviel ungefähr war denn drin? Immerhin hatte der Eigentümer einen Teil gerade noch rechtzeitig gegen Ware getauscht. Hätte er doch nur per spontaner Eingebung sein kleines, schwarzes Portemonnaie fast leergekauft.

Horst-Kevin am :

So zwingend finde ich die Deutung, dass eine böse Absicht dahinter stand, auf Grundlage des Videos nicht. Im Extremfall holen Leute 17 Sachen aus 26 Hosen- und Jackentaschen und verteilen die um sich rum, bis sie das Portemonnaie gefunden haben, um sie am Ende wieder nach dem Zufallsprinzip wieder auf ihre Taschen zu verteilen. Das kann auch ein schlichtes, unbewusstes Aufpassen auf den Wohnungsschlüssel gewesen sein.

eigentlichegal am :

Beim Lesen des Blogeintrags hab ich das auch noch für möglich gehalten, dass das jemand durch Zufall eingesteckt hat.
Mich hat das Video davon überzeugt, dass das Absicht war. Wenn der das sofort eingesteckt hätte: Okay.
Aber je länger man das so (reichlich versteckt) in der Hand hält desto eher müsste einem doch der "Hey, das gehört gar nicht mir"-Gedanke kommen.

Private Joker am :

Ja, das ist eindeutig. Derjenige hat sogar mit den Handbewegungen vertuschen wollen, dass jemand vom Personal ihn dabei beobachtet und die Unterschlagung entdeckt. Er hat beispielweise nicht erstaunt gewirkt und sich den Inhalt angesehen. Das scheint eiskalt durchgelaufen zu sein ab dem Moment, wo er das Versehen des vorherigen Kunden beobachtet hat. Menschlich total daneben, aber so scheint Bremen wohl zu sein - jeder ist sich selbst der Nächste.

Das einzig Gute am :

Bei aller Antipathie gegen die (subjektiv weiter steigende Zahl an) Mitmenschen mit ausgesprägter Liegenlassermentalität: U.a. in meinen "Stammläden" wird jeder Kunde, der an der Kasse auch nur im entferntesten Winkel etwas zurücklässt (Karte, Portemonnaie, Ware, Bon, Smartphone, Schirm, Mütze etc.), vom Personal schneller zur Raison gerufen, als ihm recht sein kann (was nebenbei einen angenehmen Lehreffekt mitbringt). Und wenn ich unterwegs mal in irgendwelchen "sozial anspruchsvollen" Gegenden einkaufe, scheinen die Mitarbeiter noch stärker darauf getrimmt zu sein, solche imageschädlichen Abläufe wie gezeigt im Keim zu ersticken, noch bevor mögliche Straftaten begangen werden können.

Private Joker am :

Um das hier so nicht stehen zu lassen: wahrscheinlicher ist für mich, dass die Mitarbeitenden einfach guten Kundenservice betreiben, wenn sie Kunden darauf hinweisen, sobald diese etwas vergessen haben. Rechtlich wären sie nicht haftbar für eventuelle Straftaten anderer Kunden.
Möglicherweise hat es auch mit dem zusätzlichen Aufwand der Fundsachenbearbeitung zu tun.

Das einzig Gute am :

Habe ich etwas anderes behauptet? Aber ja, natürlich leidet die Mundpropaganda eines Geschäftes sehr schnell, wo immer wieder erfolgreich "mitgenommen" wird und der finanzielle Aufwand, kostbare Arbeitszeit für Festhalten, Wartezeiten, Anzeigeaufnahme und Folgeprozesse zu verschwenden, ist auch beachtenswert, wenn nicht gerade Inhaber bzw. -angehörige unentgeltlich freie Spitzen haben.

Andererseits habe ich für das gedankenlose Liegengelasse und allgemeine Unachtsamsein immer weniger Verständnis. Heute gibt es fast überall omnipräsente optische wie akustische Hinweise darauf, doch mal auf den eigenen Kram zu achten, ein paar absolute Grundregeln zum Beibehalt des Besitzes zu achten und auch nicht den halben Hausstand zurückzulassen. Und was passiert? Die Fundsachenberge (und entsprechenden Kosten) wachsen und wachsen; und wenn sich doch mal jemand etwas abholt, wird oftmals eine besonders zuvorkommende Behandlung und "natürlich" keinerlei Kostenübernahme erwartet (die Opferrolle auf Kosten der Mitkundschaft geht vielen einfach zu leicht von der Hand, obwohl sie zumeist völlig selbstverschuldet in ihre Lage geraten sind). Da spielt natürlich auch rein, dass Gebrauchsgegenstände und Accessoires so billig (sic!) wie nie zuvor verramscht werden und daher lieber kurz der Bestellbutton getoucht wird, als den Hintern zum Abholen des Krams umzusetzen.

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