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Der Wodka-Umfüller

Wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, kommt irgendjemand, der dir wieder neue Perspektiven aufs Leben aufzeigt. Zum Beispiel dieser feine Herr, der zur Umgehung der Warensicherungsanlage den Wodka aus der Flasche direkt in eine in einem Turnbeutel mitgebrachte Trinkflasche umgefüllt hat.

Das hatte er im Laufe des Vormittags sogar zweimal gemacht. Ein Kollege hatten beim Packen der Spirituosen die beiden noch gesicherten, aber aber geleerten Flaschen entdeckt, den Rest offenbarte der Blick in die Videoaufzeichnung.




Das Blättchen-Pärchen

Während meine Mitarbeiterin an der Kasse mit einer anderen Tätigkeit abgelenkt war, trat ein relativ runtergerocktes Pärchen an das Regal mit den Zigarettenpapieren und packte sich in kürzester Zeit gleich vier Kartons davon ein. Am Anfang des Videos lässt er einen Karton mit den langen OCB-Blättchen unter seiner Jacke verschwinden, während sie, was man maximal nur erahnen kann, einen weiteren Karton in ihre Handtasche gleiten lässt.

Dann verschwindet der Mann kurz aus dem Bild, die Frau nimmt weitere zwei Kartons aus dem Regal und überreicht sie ihrem Begleiter, der auch diese in seiner Jacke verschwinden ließ. Der Vorgang blieb leider unbemerkt und die Frau bezahlte ihre beiden Brötchen und beide Täter verschwanden mitsamt ihrer Beute im kleinen dreistelligen (!) Wert.

Seit diesem Vorfall stehen die Blättchen bei uns konsequent unter Verschluss / im Kassentisch und sind nicht mehr für Kunden frei zugänglich.



Ja, es waren vier noch fast volle Kartons:


Wollte noch bezahlen!

Ein Ladendieb, den wir an der Ausgangstür aufgehalten haben, tat vollkommen überrascht. Wie wir ihn nur des Diebstahls verdächtigen könnten, denn schließlich wollte er die fraglichen Artikel noch bezahlen.

Nur wann und wo, das blieb unbeantwortet.

Die total liebe Klau-Stammkundin

Eine junge Frau war nach eigener Aussage erst relativ frisch nach Bremen gezogen. Aber sie würde hier total gerne einkaufen, da unser Laden so schön wäre und die Mitarbeiter immer so nett sind. Das bekräftigte sie damit, indem sie immer das Gespräch (Smalltalk und noch etwas darüber hinaus) mit meinen Mitarbeitern suchte und vor allem auch immer Süßigkeiten ("Nervennahrung") an die Kassiererinnen und Kassierer verteilte.
Dass sie uns beklaut, hatten wir gar nicht auf dem Schirm. Auch ich habe nie Verdacht geschöpft – und dann hatte ich mir wegen eines anderen Ladendiebs einen Bereich unserer Videoaufzeichnung im Schnelldurchlauf angesehen. Plötzlich tauchte die neu hinzugezogene Kundin blitzschnell im Bild auf, breitete in Windeseile einige Waren und ihre Tasche auf der Ware eines Aufstellers aus, räumte im Zeitraffertempo alles irgendwie hin und her und rein und raus und war so schnell wieder aus dem Bild verschwunden, wie sie gekommen war.

"WAS WAR DAS DENN?"

Ich sah mir diese Sequenz später noch einmal genauer an, wobei sich herausstellte, dass sie tatsächlich die eingesteckten Dinge hatte unbezahlt mitgehen lassen.
Da die Frau im Grunde täglich kam und die Aufzeichnung drei Tage zurückreicht, guckten wir uns auch noch ihre vorhergehenden Besuche bei uns an. Sie war nicht nur eine Stammkundin, sondern auch noch eine Stammdiebin.
Um den Erfolg richtig zelebrieren zu können, griffen wir sie bei ihrem nächsten "Einkauf" nicht einfach ab, Beweismaterial hätten wir genügend gehabt, sondern ließen sie in Ruhe alles einpacken, Einkauf wie Einklauf, und fingen sie schließlich am Ausgang ab, nachdem sie noch Bonbons ans Kassenpersonal verteilt hatte. So schnell kommt man zu einem Hausverbot und in diesem Fall sogar gleich mehreren Anzeigen wegen mehrerer Ladendiebstähle …


Verklauter akademischer Nachwuchs

Ein Bio-Kaffee und eine Packung Bio-Flohsamenschalen, zwei Artikel im Gesamtwert von 15 Euro, hatte der junge Mann in seiner Tasche. Wir hatten ihn ohnehin schon wegen seines verdächtigen Verhaltens im Visier und standen bereits am Ausgang bereit, zusätzlich löste der Kaffee an der Kasse aber noch den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Spätestens hier wäre sein Diebstahl aufgeflogen.

So weit, so unspektakulär, von uns gab es wie übliche eine Anzeige und Hausverbot.

Er versuchte es mit der Erklärung, dass er doch nur ein armer Student sei und ihm der Diebstahl wirklich Leid täte. Hätte vielleicht klappen können, wenn das Diebesgut mehr nach Grundversorgung zum Überleben als nach Luxusartikeln ausgesehen hätte. Daher blieb es bei der Anzeige.

Flasche Wein im Hosenbund

Hmm, lecker …

Diese Flasche Wein verschwand kurzerhand in die Unterhose des ziemlich heruntergerockten Mannes. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein. Zwischen Schweiß, Fusseln und Feinripp soll der edle Tropfen wohl besonders reifen. Prost.